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Fünf typische Anfängerfehler

Ein Fehler kostet bei No Limit Holdem oft den gesamten Stack. Vor allem wenn Pokeranfänger gegen gute Spieler spielen. Wenn man daraus lernt ist es gut. Doch schlimm wird es, wenn der Anfänger keine Lehren draus zieht und das nächste Mal den Fehler wiederholt.
Im folgenden Artikel geht es um fünf typische Anfängerfehler. Achte mal bei dir selbst drauf, falls du Anfänger bist, dass du sie vermeidest, oder bei deinen Gegnern drauf, dass du die Fehler so richtig ausschlachtest und ihnen ihren Stack wegnimmst.
Mit Ass-König All-Ins callen.
Wenn es vor dem Flop All-In geht wirst du heutzutage kaum ein Gegner sehen, der eine Hand wie Ass-König foldet. Die Überlegung dahinter ist klar: AK ist besser als jede andere Hand außer Paaren und dort ist es gegen jedes Paar kleiner wie Damen ein Coinflip. Selbst gegen KK gibt es Outs und nur gegen AA liegt man wirklich weit hinten.
Diese Überlegung ist eigentlich auch richtig. TV-Übertragungen von Pokerturnieren verstärken noch die Ansicht. Denn dort wird bei den übertragenen Händen nie jemand AK weglegen. Die Gründe beim Turnierpoker, vor allem in der späten Phase, die meist im TV übertragen wird sind klar.
Es gelten die oben aufgezählten. Denn viele Spieler haben nur noch einen kleinen Stack und schieben mit jeder spielbaren Hand ihren Stack in die Mitte. Darunter oft mal irgend ein Ass oder zwei Bildkarten. In dieser Situation ist der Call mit AK auch richtig.
Im Cash Game ist es jedoch nicht immer so der Fall. Vor allem wenn davor erhöht und gereraist wurde. Denn dann kann man wirklich nur darauf hoffen einen Coinflip zu spielen. Oft aber wird man gegen Asse oder Könige laufen und weit hinten liegen. Ab und zu natürlich auch gegen Ass-Dame, jedoch wird dies eher selten der Fall sein.
Cash Game ist nicht Turnierpoker. Es ist daher Vorsicht angesagt mit einer Hand wie Ass-König, denn zu oft wirst du auf AA oder KK treffen wenn dein Gegner All-In geht. Anders sieht die Situation aus wenn du All-In gehst. Denn dann werden dich oft deine Gegner in den niedrigen Limits mit schlechteren Händen callen. Dein All-In ist eher wie ein Semibluff gegen kleinere Paare und du kannst diese Waffe ruhig kräftig einsetzen.
Die Hand überspielen
Ein typisches Beispiel aus einem Low Limit Spiel. Ein Pokeranfänger sitzt im Big Blind und hält [Qh Td]. Ein guter Spieler aus mittlerer Position erhöht. Alle folden nur der Big Blind geht mit. Der Flop kommt [Ks Ts 7s]. Der MP Spieler spielt an, der Anfänger callt. Der Turn bringt [4s] der gute Spieler spielt an und der Anfänger callt. Der River bringt [5d] und wieder spielt der gute Spieler an und der Anfänger callt.
Es kommt zum Showdown und der Profi dreht [As Jc] um. Der Anfänger kann sein Unglück kaum fassen und jammert das er seinen gesamten Stack verloren hat obwohl er auf dem Flop die bessere Hand hatte.
Das Problem in dieser Hand ist, dass der Anfänger erstens aus schlechter Position second Pair flopt und nicht bereit ist dies aufzugeben und zweitens das Board völlig ignoriert. Währe auf dem River ein weiteres Pik gefallen, hätte er sich wahrscheinlich noch mehr gecallt weil er ja einen Flush hatte.
Gerade Anfänger machen diesen Fehler häufig und überspielen ihre Hände total. Hier wäre es ein leichtes gewesen die Hand irgendwann zu folden. Und wahrscheinlich hätten auch die meisten Spieler irgendwann gefoldet. Aber solche Situationen wird es öfters geben und nicht alle sind so leicht zu durchschauen. Es ist daher wichtig die Stärke der eigenen Hand und die Stärke der eigenen Hand mit dem Board als Hintergrund zu betrachten.
Jeden Draw jagen
Was glaubst du wie stark [Js Td] auf einem Flop von [Kh Qh Ks] ist? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: die Hand ist ein klarer Fold. Denn entweder man ist bereits uneinholbar  hinten gegen ein Paar Damen und damit ein Full House. Oder aber der Gegner hält eine Hand wie Ass-König und macht ein Full House während Bube-Zehn die Straße macht. Und im besten Fall wird man wohl gegen einen Flushdraw laufen, so dass man auch hinten liegt und nur sechs Outs zur Straße hat.
Aber gerade Anfänger ignorieren solch eine Situation völlig. Ob hier ein Flushdraw draußen ist oder bereits ein Full House möglich ist, ist ihnen egal. Es wird gecallt bis zum Schluss. Und wenn dann die Straße kommt, der Gegner aber gleichzeitig damit eine noch bessere Hand macht oder bereits hat, dann wird gejammert was für ein Unglück man doch hat und dass man immer die zweitbeste Hand trifft.
Wenn also die Wahrscheinlichkeit besteht, dass selbst wenn du deine Outs triffst, du keine bessere Hand bekommst, dann ist äußerste Vorsicht angesagt. Du solltest mit einem Draw nie deinen gesamten Stack riskieren. Aber in diesen Situationen schon gar nicht. Achte daher immer drauf ob du auch wirklich auf die stärkste Hand drawst oder ob stärkere Hände möglich sind.
Angst ums Geld haben
Poker ist ein Spiel mit Karten, aber es geht ums Geld. Den Stack der vor dir und deinen Gegnern liegt. Dein Ziel muss es immer sein, dass dein Stack vor dir liegen bleibt und der Stack deiner Gegner zu dir wandert.
Doch damit du den Stack deiner Gegner gewinnen kannst, musst du auch bereit sein deinen Stack zu riskieren. Es wird dir nicht immer gelingen deinen ganzen Stack als garantierter Gewinner in die Mitte zu bringen. Manchmal liegst du vielleicht sogar hinten und musst gewisse Karten treffen. Wenn allerdings die mathematisch richtige Entscheidung ein Call ist, dann musst du auch bereit sein all deine Chips in die Mitte zu schieben.
Viele Anfänger machen jedoch den Fehler und denken in Geldmengen. Oder sie können es sich gar nicht leisten, um diese Summen zu spielen. Sie haben demzufolge Angst ihr Geld zu verlieren und ihr Spiel wird dadurch beeinflusst.
Du solltest also immer nur um Geld spielen, dass du auch bereit bist zu verlieren. Und wenn dein Gegner dazu nicht bereit ist, dann nutz dies aus und stell ihn so oft es geht vor die Entscheidung all sein Geld zu riskieren oder zu folden.
Zu hohe oder zu niedrige Einsätze
Pokeranfänger machen wenn es um die Höhe ihrer Einsätze geht oftmals zwei Fehler. Entweder sie setzen zu wenig und geben den Gegnern die Möglichkeit eine bessere Hand zu machen, oder sie setzen zu viel und holen das Minimum aus ihren starken Händen raus.
Die optimale Höhe eines Einsatzes liegt in der maximalen Höhe, die der Gegner bereit ist mit einer schlechten Hand mitzugehen. Aber auf jeden Fall so hoch, dass dieses Mitgehen ein Fehler ist. Setzt man weniger ist es schlecht, setzt man mehr, dann ist es auch nicht gut.
Solche Beispiele gibt es zuhauf. Oft passiert es dass ein Anfänger zum Beispiel aus dem Big Blind ein Set trifft und dann wenig anspielt, damit er seine Gegner nicht vertreibt. Die bleiben drin und haben eigentlich nur ein oder zwei Outs. Dieses Out kommt nun auf Turn oder River und der Gegner gewinnt im Endeffekt einen riesen Pot.
Daher ist es wichtig immer hoch genug zu erhöhen, dass der Gegner mit seinem Call einen Fehler im Sinne der Pot Odds macht. Gleichzeitig sollte aber die Erhöhung auch nicht so hoch sein, dass der Gegner sofort foldet. So zum Beispiel wenn ein Pokeranfänger in der gleichen Situation ist und nach mehreren Limpern im Big Blind Könige findet. Auf einmal schiebt er seinen gesamten Stack von 300 $ in die Mitte obwohl nur 10 $ im Pot lagen.
In diesem Fall werden alle Gegner folden und der Spieler hat das Minimum aus seiner Hand heraus geholt. Aber noch schlimmer ist, dass immer mal wieder einer der Limper zum Beispiel mit Assen aufwachen wird. Und in diesem Fall gibt es einen Call und die 300 $ sind weg. Und das alles weil man den Pot mit 10 $ schützen wollte.
Wenn es dir gelingt diese fünf Fehler zu vermeiden, dann bist du deiner Pokerkarriere schon ein gutes Stück näher gekommen. Wenn du dann auch noch in der Lage bist diese fünf Fehler bei deinen Gegnern auszunutzen, um sie um ihren Stack zu erleichtern. Dann Gratuliere, du bist auf dem besten Weg ein guter Pokerspieler zu werden.

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